Berlin, 28. Juni 2010 - In einer hochkarätig besetzten Runde diskutierte die Bundestagsfraktion der FDP über Vor- und Nachteile eines möglichen Burka-Verbots in Deutschland. Fachliche Expertise wurde durch den Universitätsprofessors Dr. Mathias Rohe, die Publizistin und Feministin Frau Barbara Sichtermann und die Frau Botschafterin Tempel vom Auswärtigen Amt eingebracht.

Dabei sind sich alle darüber einig gewesen, dass eine kritische Debatte auf gesellschaftlicher Ebene stattfinden muss. Eine allumfassende Religions- oder Islamkritik sei aber weder wünschenswert noch in irgendeiner Art zielführend, vielmehr sei zwischen Problematiken sozialer, partizipativer oder verfassungsrechtlicher Herkunft zu differenzieren, nicht zuletzt, um eine kritische Debatte innerhalb der muslimischen Gemeinschaft nicht zu behindern.

„Die Burka als Kleidungsstück an sich ist nicht das Kernproblem, sondern die Strukturen, zu deren Symbol sie geworden ist“, erklärte Molitor am Rande der Sitzung. „Ein Burka-Verbot könnte jedoch die falschen Leute dazu antreiben, reaktionär zu handeln und dadurch die ganze Situation weiter anzuheizen. Wir dürfen dabei auch den grundrechtlichen Aspekt der Religionsfreiheit nicht aus den Augen verlieren.“