Berlin, 19. Mai 2010 - Auch wenn die aktuelle Sitzungswoche von den Diskussionen um das "Gesetz zur Über­nahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" und den damit verbundenen Gremien- und Ausschusssitzungen geprägt ist, nahm sich Gabriele Molitor heute gerne die Zeit, um ausführlich mit einer Besuchergruppe aus ihrem Wahlkreis zu diskutieren.

Die "Gemeinnützigen Werkstätten Köln GmbH" hatte sich angemeldet und war am Mittwoch zunächst Zeuge der Debatten im Plenarsaal zu dem besagten Gesetzentwurf, um dann der Reichstagskuppel einen kurzen Besuch abzustatten bevor es im Paul-Löbe-Haus zum Gespräch mit Molitor kam. Insgesamt sieben Betreuer und 11 Menschen mit Behinderung tauschten sich dabei mit der Abgeordneten über eine große Bandbreite an Themen aus. Angefangen von Fragen zum persönlichen Werdegang von Gabriele Molitor und den Hintergründen für ihre Entscheidung für ein politisches Mandat zu kandidieren, über Fragen nach den Abläufen und Vorgaben im Deutschen Bundestag, bis hin zu Detailfragen zur UN-Behindertenrechtskonvention.

 

Die Besuchergruppe der Gemeinnützigen Werkstätten Köln und Gabriele Molitor nach ihrem Gespräch im Paul-Löbe-Haus

Als behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion war Molitor besonders an persönlichen Erfahrungsberichten aus der Gruppe interessiert. Dabei waren sowohl die Schilderungen der Menschen mit Behinderung selbst als auch die Ausführungen ihrer Betreuerinnen und Betreuer wichtig, um ein umfassendes Bild der Situation in den Behinderteneinrichtungen vor Ort zu erhalten. Diskutiert und kritisiert wurden unter anderem die fehlenden Ausbildungs- und Arbeitsperspektiven für Menschen mit Behinderung sowie das innergesellschaftlich immer noch nicht fest genug verankerte Bewußtsein der Gleichberechtigung.

"Die heutige Diskussion zeigt deutlich, dass wir mit unseren Bemühungen der Gleichstellungs- und Gleichberechtigungspolitik zwar auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel sind", sagte Molitor im Anschluss an das Gespräch mit der Gruppe. "Ich habe heute Menschen kennengelernt, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein akzeptiertes und anerkanntes Mitglied unserer Gesellschaft zu sein, das dieselben Chancen zur persönlichen wie beruflichen Weiterentwicklung wie jeder andere auch erhält. Um dieses Ziel zu erreichen werde ich noch intensiver an der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und den dazugehörigen Aktionsplänen der Bundesregierung mitarbeiten."