Berlin, 20. Mai 2010 - Nach einem langen Sitzungstag und vielen Diskussionen um das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" kam es am Donnerstagabend zur Debatte um den "Bericht der Bundesregierung über die Lage behinderter Menschen". Gabriele Molitor nutzte die Gelegenheit, um als behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion auf die unbedingte Notwendigkeit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hinzuweisen.
"Dazugehören, von Anfang an und ohne wenn und aber - das ist es, was Menschen mit Behinderungen möchten. In der Mitte der Gesellschaft sein, nicht am Rand, dabeisein, akzeptiert werden, teilhaben. Unser Ziel muss es sein, ein selbstverständliches Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Menschen zu erreichen. Das ist unsere Aufgabe." erklärte Molitor in Ihrer Rede.
Dabei markiert die Behindertenrechtskonvention einen Meilenstein auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Konvention hat einen Perspektivwechsel eingeleitet. Das Zauberwort heißt hierbei „Inklusion“. Molitor sagte, "dass bedeutet, wir wollen eine Gesellschaft, in der der Einzelne nicht losgelöst von seinen Mitbürgern lebt, sondern in einer Gemeinschaft, die Behinderung nicht als Schwäche, sondern als menschliche Normalität betrachtet. Nicht der behinderte Mensch hat sich auf die Bedingungen der Gesellschaft einzustellen, sondern die Gesellschaft hat Rahmenbedingungen zu schaffen, die Behinderung nicht als Beeinträchtigung verstehten."